Der Turnerbund würde sich sehr freuen, Sie in der und um die Eichendorff-Halle begrüßen zu drüfen!

RNZ vom 16.07.2019

Krafttraining - mit dem eigenen Körpergewicht

Calisthenics ist die neue Trendsportart - Der Turnerbund Rohrbach 'bietet sie jetzt an.

Bahnstadt. (sm) Hängen, drücken, ziehen - und ·das nur mit dem eigenen Körpergewicht: Calisthenics ist nicht nur in der Streetworkcut-Szene beliebt, sondern hat inzwischen auch in Vereinen seine Anhänger. Beispielsweise im' Turnerbund Rohrbach (TBR). Dort wird seit letztem Jahr diese Sportart angeboten, die von kleinen Gruppen in New York begründet wurde. In Sportparks und auf Spielplätzen begannen sie, vorhandene Gerüste, Stangen und Bänke in ihr Training zu integrieren. Aber so ganz neu ist diese Art des unmittelbaren Körpereinsatzes nicht, denn im Rahmen des Sportunterrichtes an Schulen gibt es sie schon länger. Sie werden dort "Körpergewichtsübungen" oder "Spannungsübungen" genannt. Doch mit neuern Namen und anderem Terrain, nämlich dem urbanen Raum, findet Calisthenics - der Name kommt aus dem Griechischen ("kalos" bedeutet gut, "sthenos" Kraft) - neue Anhänger.

15 bis 20 Vereinsmitglieder - die Zahl schwankt je nach Trainingstag - haben sich beim TBR zusammengefunden und üben zurzeit im Trainingsbereich der Gadamerhalle in der Bahnstadt. TBR-Geschäftsführer Michael Horsch ist stolz, dass aufgrund der guten Nachfrage eine eigene Abteilung für Calisthenics gegründet werden konnte. Um diesen neuen Trend zu praktizieren, braucht man eigentlich keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder einem Verein, denn man kann ihn auch weitgehend im Freien oder auf Sportplätzen ausführen. Doch das Training in der Gemeinschaft und mithilfe von erfahrenen Sportlern ist hilfreich, zumal, wie in der Gadamerhalle, auch Trainingsgeräte zur Verfügung stehen. Für Klimmzüge gibt es eine Stange mit Ringen, an der man Rücken, Arme und Schultern trainieren kann. Man kann aber auch Rollen oder

Armbeugen machen. Liegestützen sind mit das Wichtigste bei Calisthenics. Man macht sie auf dem Boden oder, wie in der Gadamerhalle, auch am Barren. Eine weitere Art von Krafttraining nur mit dem eigenen Körper ist der Handstand, den man in einer schwereren Form auch mit Liegestützen kombinieren kann. Bei guter körperlicher Verfassung kann Calisthenics auch für nicht mehr ganz junge Menschen interessant sein. Viele Interessenten kommen von der Outdoor-Bewegungsart

"Parkour", die es schon länger beim TBR gibt und bei der versucht wird, im Weg stehende Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden. Silas Eiden erzählt, dass auch Tänzer, Turner und sogar Basketballer ihr Interesse an Calisthenics zeigen. Begründer der Gruppe ist Sven Ziegel. Er sitzt in einem extra für die Sportart angefertigten Rollstuhl und zeigt Erstaunliches an den Geräten. Am Barren drückt er sich samt Rollstuhl problemlos hoch oder hängt kopfüber an der Stange.

Die Calisthenics-Abteilung des Turnerbund Rohrbach trainiert in der Gadamerhalle inder Bahnstadt. Foto: Andreas Harsch

Info: Wer Interesse an Calisthenics hat, kann in der Gadamerhalle in der Bahnstadt dienstags oder donnerstags ab 19 Uhr beim Training vorbeischauen.

(Foto: Andi Horsch)

So geht Calisthenics

Trendsport erobert die Region rund um Heidelberg - Geburtsstätte Kinderspielplatz

Von Benjamin Miltner und Nicolas Lewe RNZ-ZeitJung vom 09.05.2019 (Veröffentlichung des Beitrages mit freundlicher Genehmigung der Autoren Originalseite: https://www.rnz.de/zeitjung_artikel,-fitnessstudio-war-gestern-so-geht-calisthenics-plus-fotogalerie-videos-_arid,438804.html)

Region rund um Heidelberg. Alles begann in Parks und auf Kinderspielplätzen in New York. Wer braucht schon ein Fitnessstudio? Das dachten sich Anfang des Jahrtausends diejenigen, die keine Lust auf oder kein Geld für ein Sportcenter hatten, sich aber trotzdem fithalten wollten. Also benutzten sie alles, was sie fanden, um ihren Körper in Form zu bekommen: Parkbänke, Klettergerüste, Mauern. Dinge, die eben so rumstehen. Die Sportart Calisthenics war geboren.

Und dank junger Vorbilder wie „Hannibal for King“, Frank Medrano oder Adam Raw, die ihre spektakulären Trainings und Tricks über die Video-Plattform YouTube in die Welt schossen, entstand auf dem ganzen Globus schnell eine neue Fitnessbewegung.

Die Welle schwappt nach Deutschland und in die Region

Auch in Deutschland fanden sich Nachahmer. In der Region rund um Heidelberg vor allem die Gruppe „Heidelbarz“. Sie gehört mittlerweile zur TB Rohrbach und besteht aus rund 20 Mitgliedern. Die trainieren fleißig mehrmals die Woche. Entweder in der Sporthalle am Gadamer Platz in der Bahnstadt oder aber bei schönem Wetter noch viel lieber draußen.

Fitnesstraining am liebsten unter freiem Himmel

Denn dort ist die Sportart entstanden und zum Trend geworden. Calisthenics gilt nicht umsonst als Straßenvariante des Kunstturnens und trägt Spitznamen wie „Street Workout“ oder „Ghetto Fitness“. Also ab auf die Heidelberger Neckarwiese oder auf die Alla Hopp!-Anlage im Stadtteil Kirchheim. Was die Anzahl an geeigneten Trainingsplätzen angeht, ist Deutschland im Vergleich zum Ausland eher dünn besetzt.

In der Region rund um Heidelberg finden sich dennoch einige geeignete Trainingsorte. Hier findet Ihr sie: https://calisthenics-parks.com/de

Was es mit der „Bar“ auf sich hat

Wieso eigentlich „Heidelbarz“? Der Name lehnt sich an das englische Wort „bar“ an. Das steht in diesem Fall nicht für eine Kneipe, sondern für „Stange“ – das wohl wichtigste Trainingsgerät für alle Fans von Calisthenics. Wundert Euch also nicht, wenn Euch in der Szene Namen begegnen wie Bartendaz, Baristi, Barstarzz oder Bar-Barians. Es handelt sich hier weder um besonders talentierte Espressoexperten, Barmänner oder Kneipengänger, sondern eben um Fitnesssportler.

Was Calisthenics besonders aufsehenerregend macht, sind die Akrobatik-Elemente. Hier gibt es keine Grenzen. Jeder kann sich austoben, eigene Übungen kreieren, neue Elemente erfinden, Bewegungen ausprobieren, die Grenzen seines Körpers und der Physik ausloten. So wie es hier Jan Sommer (25) von den „Heidelbarz“ am Reck vorführt.

Aber auch ganz ohne Geräte kann Sport ganz schön eindrucksvoll aussehen. Liegestützen sind langweilig? Vergiss es! Mit einer ordentlichen Portion Freestyle, Kraft und Akrobatik wird auch diese Übung zum Spektakel.

Sportart mit Sozialfaktor

Das Fitwerden ist das eine. Hinter Calisthenics steht aber mehr. Ein Lebensstil. Man kommt zusammen, trainiert in Gruppen gemeinsam, gibt gegenseitig Hilfestellung, Tipps, korrigiert und feuert an. Mit anderen Worten: Das gemeinsame Entwickeln und Ausprobieren steht im Vordergrund, nicht der Wettkampf gegeneinander. Die soziale Komponente ist bei Calisthenics sehr wichtig – wie folgendes Video der „Heidelbarz“ beweist.

So spektakulär kann Fitnesstraining sein

Und die haben ganz schön was drauf. Seht selbst, wie spektakulär es bei einem typischen Training der Heidelbarz zugeht.

Was Calisthenics besonders aufsehenerregend macht, sind die Akrobatik-Elemente. Hier gibt es keine Grenzen. Jeder kann sich austoben, eigene Übungen kreieren, neue Elemente erfinden, Bewegungen ausprobieren, die Grenzen seines Körpers und der Physik ausloten. So wie es hier Jan Sommer (25) von den „Heidelbarz“ am Reck vorführt.

Aber auch ganz ohne Geräte kann Sport ganz schön eindrucksvoll aussehen. Liegestützen sind langweilig? Vergiss es! Mit einer ordentlichen Portion Freestyle, Kraft und Akrobatik wird auch diese Übung zum Spektakel.

Sportart mit Sozialfaktor

Das Fitwerden ist das eine. Hinter Calisthenics steht aber mehr. Ein Lebensstil. Man kommt zusammen, trainiert in Gruppen gemeinsam, gibt gegenseitig Hilfestellung, Tipps, korrigiert und feuert an. Mit anderen Worten: Das gemeinsame Entwickeln und Ausprobieren steht im Vordergrund, nicht der Wettkampf gegeneinander. Die soziale Komponente ist bei Calisthenics sehr wichtig – wie folgendes Video der „Heidelbarz“ beweist.

Noch einmal auf den Punkt gebracht: Calisthenics ist für jeden etwas. Auch Anfänger und (noch) Untrainierte finden ihren Platz. Und auch Menschen mit Handicaps. Das beste Beispiel hierfür ist Sven Ziegel (34). Der Rollstuhlfahrer lebt für Calisthenics. Er hat die Gruppe „Heidelbarz“ in Heidelberg vor mehr als sechs Jahren gegründet, aufgebaut und stetig vergrößert. Und er ist selbst topfit. Seht selbst.

  • 395750_1_org_akrobatik
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Quelle der Bildergalerie: https://www.rnz.de/nachrichten/region/bildergalerien-regionhd_galerie,-calisthenics-die-fotogalerie-_mediagalid,1371_mediagaltmpl,detail.html. Fotos: Lewe

Die erste Mannschaft des TBR lädt zum ersten Saisonspiel ein: am Sonntag, den 18.08.2019 von 15:00 - 16:45 Uhr. Wir freuen uns über zahlreiche Unterstützung.

„Sport ist die schönste Nebensache der Welt“ (RNZ: 30. April – 1. Mai 2019)

Ehrungsabend beim Turnerbund Rohrbach: Vortrag über die Bedeutung des Sports und Würdigung der Mitglieder

Boxberg. (pop) Als gute Idee des Turnerbundes Rohrbach (TBR) stelle sich heraus, Hermann Ebert als Gastredner des Ehrungsabends in der Vereinsgaststätte auf dem Boxberg gewonnen zu haben. Denn dieser hatte für die vielen Gäste jede Menge Informationen in Sachen „Langjährige geistige und körperliche Fitness“ parat. Doch zunächst freute sich die TBR-Vorsitzende Bianca Flock mit Blick auf die zu Ehrenden darüber, „850 gelebte Mitgliederjahre“ willkommen heißen zu können. Diese Jahre stehen aus ihrer Sicht sowohl für die „sportliche Aktivität mit Höhen und Tiefen“ als auch für „Funktionärsarbeit mit manch schlafloser Nacht.“

Jedoch auch dafür, über „das gesellige Zusammensein das soziale Miteinander gefördert“ zu haben. Somit seien die 850 Jahre unter dem Strich „Fundament und Baustein des Vereins“. Alleine 300 Jahre gehen sozusagen auf das Konto von Erna und Christian Gramlich, Gerd Herle, Jutta Herbig, Michael Horsch und Rudi Karmann. Und zwar deshalb, weil dieses Sextett dem TBR  seit jeweils 50 Jahren die Treue hält. Wiederum auf 240 Mitgliedsjahre bringen es Hans und Helmut Moskorz, Gerhard Leibbrand und Klaus Oestringer, die bereits vor 60 Jahren für den TBR als ihre sportliche Heimat entschieden hatten. Gleichfalls auf der Ehrungsliste standen Edeltraut Lux, Jana und Mirko Schröpfer, Host Wegel, Karl-Heinrich Christ und Doris Sauter, die auf ein Vierteljahrhundert im TBR zurückblicken können. 15 Jahre mehr sind es im Falle von Thorsten Beyer, Erika Horsch, Günther Kurzim und Sven Bopp.

Alle Gäste ließ Ebert danach wissen, dass Sport selbstredend „etwas mit unserer Psyche zu tun hat“. Dokumentiert worden sei dies im Lehrbuch „Bewegung und seelische Gesundheit“, in dem unter anderem auf die Effekte „moderater Bewegung“ eingegangen worden sei. Unter „moderat“ zu verstehen sei beispielsweise 120- bis 150-minütiges Fahrradfahren, Schwimmen oder Spazierengehen pro Woche. Hierdurch würde aber nicht nur das subjektive Wohlbefinden gefördert, sondern auch das soziale Wohlgefühl. Letzteres deshalb, weil sich „Menschen in Gruppen wohler fühlen“.

Obendrein werde aber auch der Umgang mit Situationen des Stresses, „in dem heute alle sind, um am meisten die Rentner“, deutlich besser, wenn man sich ein paar Mal im Monat bewege, ergänzte der Mitbegründer des 1988 aus der Taufe gehobenen Vereins für Gesundheitssport Leimen. Gleiches gelte für das Gefühl der Niedergeschlagenheit. Denn durch Bewegung würde ein „Gute-Laune-Hormon“ ausgelöst. Damit ist für Ebert freilich noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Er verwies nämlich auf das „Tor zum Gedächtnis“ und damit auf jenen Hirnbereich, der im Laufe der Zeit kleiner werde. Mit der Folge, dass man immer vergesslicher werde – bis hin zur Altersdemenz.

Doch durch fünf- bis sechsmalige Bewegung pro Woche, die bewirke, dass das Hirn neue Nervenzellen bilde, werde besagtes Tor länger offengehalten. „Sport ist die schönste Nebensache der Welt“, so Eberts Fazit, „er ist Gesundheit und bedeutet Glück, und für wen ist Glück schon eine Nebensache?“

   
© Turnerbund Rohrbach 1889 e.V.