Drucken

So geht Calisthenics

Trendsport erobert die Region rund um Heidelberg - Geburtsstätte Kinderspielplatz

Von Benjamin Miltner und Nicolas Lewe RNZ-ZeitJung vom 09.05.2019 (Veröffentlichung des Beitrages mit freundlicher Genehmigung der Autoren Originalseite: https://www.rnz.de/zeitjung_artikel,-fitnessstudio-war-gestern-so-geht-calisthenics-plus-fotogalerie-videos-_arid,438804.html)

Region rund um Heidelberg. Alles begann in Parks und auf Kinderspielplätzen in New York. Wer braucht schon ein Fitnessstudio? Das dachten sich Anfang des Jahrtausends diejenigen, die keine Lust auf oder kein Geld für ein Sportcenter hatten, sich aber trotzdem fithalten wollten. Also benutzten sie alles, was sie fanden, um ihren Körper in Form zu bekommen: Parkbänke, Klettergerüste, Mauern. Dinge, die eben so rumstehen. Die Sportart Calisthenics war geboren.

Und dank junger Vorbilder wie „Hannibal for King“, Frank Medrano oder Adam Raw, die ihre spektakulären Trainings und Tricks über die Video-Plattform YouTube in die Welt schossen, entstand auf dem ganzen Globus schnell eine neue Fitnessbewegung.

Die Welle schwappt nach Deutschland und in die Region

Auch in Deutschland fanden sich Nachahmer. In der Region rund um Heidelberg vor allem die Gruppe „Heidelbarz“. Sie gehört mittlerweile zur TB Rohrbach und besteht aus rund 20 Mitgliedern. Die trainieren fleißig mehrmals die Woche. Entweder in der Sporthalle am Gadamer Platz in der Bahnstadt oder aber bei schönem Wetter noch viel lieber draußen.

Fitnesstraining am liebsten unter freiem Himmel

Denn dort ist die Sportart entstanden und zum Trend geworden. Calisthenics gilt nicht umsonst als Straßenvariante des Kunstturnens und trägt Spitznamen wie „Street Workout“ oder „Ghetto Fitness“. Also ab auf die Heidelberger Neckarwiese oder auf die Alla Hopp!-Anlage im Stadtteil Kirchheim. Was die Anzahl an geeigneten Trainingsplätzen angeht, ist Deutschland im Vergleich zum Ausland eher dünn besetzt.

In der Region rund um Heidelberg finden sich dennoch einige geeignete Trainingsorte. Hier findet Ihr sie: https://calisthenics-parks.com/de

Was es mit der „Bar“ auf sich hat

Wieso eigentlich „Heidelbarz“? Der Name lehnt sich an das englische Wort „bar“ an. Das steht in diesem Fall nicht für eine Kneipe, sondern für „Stange“ – das wohl wichtigste Trainingsgerät für alle Fans von Calisthenics. Wundert Euch also nicht, wenn Euch in der Szene Namen begegnen wie Bartendaz, Baristi, Barstarzz oder Bar-Barians. Es handelt sich hier weder um besonders talentierte Espressoexperten, Barmänner oder Kneipengänger, sondern eben um Fitnesssportler.

Was Calisthenics besonders aufsehenerregend macht, sind die Akrobatik-Elemente. Hier gibt es keine Grenzen. Jeder kann sich austoben, eigene Übungen kreieren, neue Elemente erfinden, Bewegungen ausprobieren, die Grenzen seines Körpers und der Physik ausloten. So wie es hier Jan Sommer (25) von den „Heidelbarz“ am Reck vorführt.

Aber auch ganz ohne Geräte kann Sport ganz schön eindrucksvoll aussehen. Liegestützen sind langweilig? Vergiss es! Mit einer ordentlichen Portion Freestyle, Kraft und Akrobatik wird auch diese Übung zum Spektakel.

Sportart mit Sozialfaktor

Das Fitwerden ist das eine. Hinter Calisthenics steht aber mehr. Ein Lebensstil. Man kommt zusammen, trainiert in Gruppen gemeinsam, gibt gegenseitig Hilfestellung, Tipps, korrigiert und feuert an. Mit anderen Worten: Das gemeinsame Entwickeln und Ausprobieren steht im Vordergrund, nicht der Wettkampf gegeneinander. Die soziale Komponente ist bei Calisthenics sehr wichtig – wie folgendes Video der „Heidelbarz“ beweist.

So spektakulär kann Fitnesstraining sein

Und die haben ganz schön was drauf. Seht selbst, wie spektakulär es bei einem typischen Training der Heidelbarz zugeht.

Was Calisthenics besonders aufsehenerregend macht, sind die Akrobatik-Elemente. Hier gibt es keine Grenzen. Jeder kann sich austoben, eigene Übungen kreieren, neue Elemente erfinden, Bewegungen ausprobieren, die Grenzen seines Körpers und der Physik ausloten. So wie es hier Jan Sommer (25) von den „Heidelbarz“ am Reck vorführt.

Aber auch ganz ohne Geräte kann Sport ganz schön eindrucksvoll aussehen. Liegestützen sind langweilig? Vergiss es! Mit einer ordentlichen Portion Freestyle, Kraft und Akrobatik wird auch diese Übung zum Spektakel.

Sportart mit Sozialfaktor

Das Fitwerden ist das eine. Hinter Calisthenics steht aber mehr. Ein Lebensstil. Man kommt zusammen, trainiert in Gruppen gemeinsam, gibt gegenseitig Hilfestellung, Tipps, korrigiert und feuert an. Mit anderen Worten: Das gemeinsame Entwickeln und Ausprobieren steht im Vordergrund, nicht der Wettkampf gegeneinander. Die soziale Komponente ist bei Calisthenics sehr wichtig – wie folgendes Video der „Heidelbarz“ beweist.

Noch einmal auf den Punkt gebracht: Calisthenics ist für jeden etwas. Auch Anfänger und (noch) Untrainierte finden ihren Platz. Und auch Menschen mit Handicaps. Das beste Beispiel hierfür ist Sven Ziegel (34). Der Rollstuhlfahrer lebt für Calisthenics. Er hat die Gruppe „Heidelbarz“ in Heidelberg vor mehr als sechs Jahren gegründet, aufgebaut und stetig vergrößert. Und er ist selbst topfit. Seht selbst.

Quelle der Bildergalerie: https://www.rnz.de/nachrichten/region/bildergalerien-regionhd_galerie,-calisthenics-die-fotogalerie-_mediagalid,1371_mediagaltmpl,detail.html. Fotos: Lewe